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Weberknecht – interessante Spinnenart

Der Weberknecht zählt zu den Spinnentieren.  Der wissenschaftliche Name ist „Opiliones“.
Dieser Name heißt so viel wie „Schafhirte“ und hat den Ursprung darin, dass Schafhirten in Südeuropa früher oft Stelzen nutzten, welche eben mit den langen Beinen der Weberknechte zu vergleichen sind.
Bei den Weberknechten gibt es zwei Unterordnungen: „Cyphopalpatores“ sowie „Laniatores“. „Cyphopalpatores“ behandelt die in Europa ansässigen Arten. „Laniatores“ wiederum behandelt die Arten aus dem Raum Südamerikas, also aus den tropischen Regenwäldern. Die Männchen in dieser Region sind stark gepanzert und haben sehr große Hüftglieder.
Bei den Weberknechten handelt es sich um Häutungstiere vom Stamme der Gliederfüßer. Die Zeit, in der Weberknechte beobachtet werden können, ist in Europa zwischen Juni und November.

Alter des Weberknechts

Weberknechte werden etwa ein Jahr alt, es gibt aber auch Arten die bis zu vier oder sogar neun Jahre alt werden können.
Es existieren weltweit tausende Arten, die eine unterschiedliche Größe und Form aufweisen. In Österreich und Deutschland existieren etwa dreißig bis vierzig verschiedene Arten. Die größte Artenvielfalt ist in tropischen Regionen zu finden, also in eher wärmeren Gebieten. Prinzipiell bevorzugen Weberknechte Habitate mit einer reichen Vegetation, Städte zählen dazu eher nicht. Es gibt aber auch Arten, die sich auf den Lebensraum „Stadt“ spezialisierten und hier an Häuserwänden ihren Lebensraum gefunden haben. Auch im Mittel- und Hochgebirge findet man mehrere Weberknecht-arten. Neben den bekannten, langbeinigen Arten, existieren auch Arten mit einer milbenförmigen Struktur.

Zu den weit verbreiteten Arten zählt „Mitobates stygnoides“, eine Art mit einem 6 mm langen Körper und etwa 150 mm langen Beinen. Im südamerikanischen Raum wurden Arten erforscht, die 15cm lange Beine besitzen. Die Herleitung der Spinnentiere zu den Weberknechten in Hinsicht auf die Stammesgeschichte ist noch weitgehend unklar, so sind etwa die Begattungsorgane der Weberknechte für Spinnentiere sehr untypisch. Während Weberknechte von einigen Forschern als Schwestergruppe der Skorpione, Pseudoskorpione und Walzenspinnen angesehen wurden, sehen andere Forscher die Weberknechte als Schwestergruppe der Milbenartigen Tiere (Kapuzenspinnen und Milben), bedingt dadurch, dass bei diesen Gruppen das zweite Laufbeinpaar etwas länger ist als die Übrigen.

Allgemeines über den Weberknecht

Von den Webspinnen unterscheiden sich die Weberknechte durch die Verwachsung des Vorderkörpers mit dem Hinterkörper. Die Haare der Weberknechte dienen den Tieren als Sinnesorgan. Ein Beinpaar dient vielen Arten auch als Tastorgan während der Weberknecht sich mit den anderen Beinpaaren vorwärtsbewegt. Im Vergleich zu Webspinnen erfolgt die Sinneswahrnehmung anders, Weberknechte besitzen weniger in Gruppen zusammengefasste Sinnesorgane, die als Spaltsinnesorgane bezeichnet werden. Der Sehsinn wird kaum zur Orientierung genutzt. Es wird davon ausgegangen, dass das der Weberknecht nur eine minimale Sehwahrnehmung im Bereich Hell- Dunkel und Einstrahlungswinkel besitzt. Einige Arten weisen einen Temperatur- und Feuchtigkeitssinn vor, um möglichst ein passendes Habitat zu finden.

Beine des Weberknechts

Weberknechte besitzen vier Laufbeinpaare, die speziell bei den „Mitobates stygnoides“ proportional zum Körper sehr groß ausfallen. Bei Gefahr werfen Weberknechte oft Teile ihrer Beine oder das ganze Bein ab, um den Angreifer abzulenken. Der Ablenkungseffekt kann dadurch verstärk werden, dass das abgeworfene Bein sich für einige Zeit weiterbewegen kann. Jungen Tieren wächst das abgeworfene Bein bei späteren Häutungen wieder nach.  Grundsätzlich reicht dem Weberknecht auf jeder Seite ein Bein, um sich ohne Probleme fortbewegen zu können. Ein weiterer Schutzmechanismus der Tiere ist das Totstellen.

Dieser Reflex wird durch Erschütterungen ausgelöst. Einige Arten lassen sich bei Gefahr zu Boden fallen und flüchten dann. Im Gegensatz zu Webspinnen mit sechs bist acht Augen besitzen Weberknechte zumeist nur zwei Augen. Bedingt durch ihre Tarnfärbung sind die meisten Weberknechte in ihrer natürlichen Umgebung von Feinden als auch von Menschen nur sehr schwer zu erkennen. bei den meisten Arten ist die Färbung unscheinbar gräulich oder graubraun bis braun, vor allem bei den Arten in den gemäßigten Regionen. Einige Arten weisen hingegen eine schwärzliche Färbung auf oder tragen sehr auffällige Muster, farbenprächtige Weberknechte treten primär in den tropischen Erdregionen auf.

Schlafrhythmus des Weberknechts

Es handelt sich bei den Weberknechten um zumeist nachtaktive Tiere, Tagsüber und in der Winterzeit bilden sie mit Artgenossen sogenannte Ruhegemeinschaften in Gruppen von tausenden Tieren. Es gibt aber auch Arten, die tagaktiv sind und Arten, die sich ausschließlich im Dunklen aufhalten. Außerhalb der Ruhegemeinschaften treffen sich die Tiere nur zur Paarung. Nach der Paarung legt das Weibchen Eier in Bodenlöcher und Spalten. Im Gegensatz zu den Webspinnen haben die männlichen Weberknechte einen richtigen Penis und die Paarung erfolgt direkt, entweder in einer Kopf-an-Kopf-Stellung oder in einer Bauch-zu-Bauch-Lage.

Die ausgefahrenen Geschlechtsorgane sind oft größer wie der Körper selbst, bei dem Weibchen ist das Geschlechtsorgan eine sehr lange, vielgliedrige Legeröhre.  In Mitteleuropa kommt es zur Eiablage im Spätsommer oder im frühen Herbst. Zumeist nach 4 Wochen erfolgt der Schlupf der Jungspinnen. Bei den meisten Arten kommt es zu keiner direkten Brutpflege, es gibt aber Ausnahmen. Nach etwa 6-7 Häutungen haben die Jungspinnen die Form von Erwachsenen Tieren. Bis dahin erinnert ihr Bau eher an Milben.

Gewohnheiten von Weberknechten

Weberknechte sind sehr temperaturresistent, sowohl Kälte als auch Wärme stört sie kaum, ihre Winterruhe können sie bei Temperaturen von bis zu -20 Grad problemlos überstehen. Felsspalten, lose Rinde oder auch Baumhöhlen und morsches Holz stellen das typische Winterquartier von Weberknechten dar. In der Winterzeit dient der Darm der Weberknechte als Vorratskammer. Die Körperzellen der Tiere bauen im Winter eigene Bestandteile ab und verwerten diese.  „Bestimmte Darmzellen, die im Sommer für die Nährstoffaufnahme zuständig sind, wandeln sich während des Winters in einen anderen Zelltyp um.

Dieser Zelltyp kann wiederum Stoffe an den Körper abgeben (…) Außerdem konnten wir feststellen, dass bestimmte Mitteldarmzellen für die Speicherung von Fetten, Glykogen und Proteinen zuständig sind. Fetttröpfchen, beispielsweise, werden im Laufe des Winters sukzessive abgebaut. Sie werden immer kleiner und gleichzeitig sinkt auch der gemessene Fettgehalt im Tier.“ So lautet die Erkenntnis von Ass.-Prof. PD Mag. Dr. Gerd Leitinger vom Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Med Uni Graz. Der natürliche Lebensraum vom Weberknecht findet sich in Hecken, Wiesen oder abgestorbenen Pflanzen. Als Ernährung dienen den Tieren tote Insekten oder mikroskopisch kleine Gliederfüßer, die sie finden, indem sie die Umgebung abtasten.

Forschung rund um den Weberknecht

Neueren Forschungen zufolge ernährt sich der Weberknecht nicht nur von toten Tieren sondern auch von Insekten, die sie mithilfe des Sekrets, dass die aussondern, selbst fangen und töten.
Es gibt auch Weberknechte, die sich von Schnecken ernähren.

Weberknechte besitzen keine direkten Spinn- oder Giftdrüsen, sondern sogenannte Stinkdrüsen, die ein Sekret in Form von Tropfen oder Nebel ausstoßen. Dieses Sekret ist dem Sekret von fleischfressenden Pflanzen sehr ähnlich oder auch der sogenannten Spinnenseide, mit der Spinnen ein Netz spinnen.  Jeder zweite Angriff der Weberknechte auf Springschwänze, dass sind sehr bewegliche kleine Gliederfüßer, ist erfolgreich. Durch das Sekret kleben die Tiere fest, umso stärker die Bewegung des Betroffenen, umso mehr Halt hat das Sekret.
Die Tiere besitzen ein Rückenschild, welches sich aus fünf oder sechs Teilen zusammensetzt. Einzelne Arten der Weberknechte besitzen farbenprächtige Dornen und Zacken, deren Sinn noch nicht erforscht ist.

Ihre Beine sind sehr beweglich und können sich so ideal um Grashalme schlingen und gewähren guten Halt. Ein einzelnes Bein kann aus bis zu hundert Teilen bestehen. Durch diese speziellen Beine kann der Weberknecht sowohl ein sehr guter Läufer als auch Kletterer sein. Während einige Arten primär am Boden leben gibt es auch Weberknechte, die auf Bäumen ihren Lebensraum haben.

Weberknechte sind für den Menschen völlig ungefährlich. Sie können weder beißen noch Gift injizieren. Besonders durch die Intensivierung von Landwirtschaft und Forstwirtschaft und der Bebauung von Grünland kam es zu einem Rückgang an Biotopen, welche dem Weberknecht als Lebensraum dienen. Folge davon ist ein Artenrückgang, mittlerweile befinden sich einige Arten auf der roten Liste gefährdeter Arten. Zudem ist zu bedenken, dass der Weberknecht, wie Spinnen, zu den Nutztieren zählt. Sie tragen bei zu der Erhaltung des natürlichen Gleichgewichts. Sie vertilgen Tonnen an Gewebe von toten Insekten und gehören somit quasi zum natürlichen Putztrupp.

Weberknechte in der Wohnung

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So sollte man die Tiere auch nicht töten, wenn sie in die Wohnung vorgedrungen sind.
Weberknechte mit dem Staubsauger einzusaugen ist zwar eine beliebte Methode um sie zu entfernen, eine solche Behandlung haben die Tiere, die mehr Nutzen haben als sie gefährlich sind, aber nicht verdient und außerdem überleben sie dies zumeist und befreien sich wieder aus dem Staubsauger. Auch chemische Mittel sind nicht zu empfehlen, Pestizide schaden nicht nur dem Weberknecht, bei unsachgemäßer Nutzung haben sie auch gesundheitsschädliche Folgen auf den Menschen und sollten somit nur bei Befall mit wirklichen Schädlingen genutzt werden. Und dazu zählt ein Weberknecht schließlich nicht.

Um Weberknechte aus der Wohnung zu entfernen empfiehlt es sich vielmehr, sie mit einem Glas einzufangen, dann ein Papier darunter zu schieben und so das Tier vorsichtig hinaus ins Freie zu tragen und freizulassen. Am besten mit einer gewissen Entfernung zum Haus oder der Wohnung, damit das Tier nicht wieder zurückkommt. Alternativ kann man, sofern man sich nicht zu sehr ekelt, das Tier vorsichtig an den Beinen zu nehmen und hinaustragen.

Weberknechte loswerden – das muss man beachten

Damit es gleich gar nicht so weit kommt, dass sich Weberknechte in die Wohnung oder in das Haus verirren, empfiehlt es sich, einige Präventivmaßnahmen zu setzen. So dringen Insekten und Gliederfüßer wie Spinnen oder Weberknechte leicht in Häuser oder Wohnungen ein, wenn diese undichte Mauern aufweisen oder Fenster nicht mit einem Mückennetz geschützt sind. Durch Mückennetze und Abdichtung von Ritzen mithilfe von Silikon wird den Tieren das Eindringen in den Wohnraum stark erschwert. Mückennetzte sind nebenbei noch hilfreich gegen andere Insekten, gegen Mücken, Bienen, ohne diese zu verletzten und zudem kommt es nur zu geringen Anschaffungskosten. Es sollte aber darauf geachtet werden, dass das Netz möglichst kleinmaschig ist, damit es auch wirklich nicht durchdrungen werden kann. Alle zwei Jahre sollte das Netz ausgewechselt werden, vor jedem Sommer sollte zudem kontrolliert werden, ob das Netz noch keine Risse oder Löcher aufweist.

Tipps zum Weberknechte vertreiben

Für die Dichtung von Ritzen mit Silikon wird empfohlen, genau nach Ritzen zu suchen bevor mit dem Abdichten begonnen wird, damit keine Löcher, Spalten oder Ritzen übersehen werden. Am besten ist es, die in regelmäßigen Abständen zu überprüfen, ob Spalten oder Ritzen übersehen wurden.

Ein weiterer Tipp sind ätherische Öle wie Salbeiöl oder Lavendelöl. Diese Öle verströmen einen Duft, der nicht nur auf Weberknechte, sondern auch auf zahlreiche andere Tiere, abschreckend wirkt. Angenehmer Nebeneffekt hierbei ist, dass diese Düfte auch richtige Schädlinge, wie etwa Kleidermotten sowie Lebensmittelmotten abschrecken.  Der Mensch wiederrum empfindet den Duft dieser Öle zumeist positiv, einigen Düften wird sogar eine entspannende oder befreiende Wirkung nachgesagt. Hilfreich ist im Zusammenhang mit dem Loswerden von Weberknechten auch das Wissen über die natürlichen Feinde dieser Tiere: Feinde des Weberknechts sind zahlreiche Vögel (Aves), Reptilien (Reptilia), Lurche (Amphibia) und andere insektenfressende Wirbeltiere (Vertebrata). Außerdem gibt es auch Insekten bzw. Ameisen, die Weberknechte als Nahrungsquelle nutzen. Und auch Webspinnen verzehren Weberknechte, sofern diese sich in die Netze verirren. Es gibt also natürliche Methoden, um Weberknechte loszuwerden oder zu vertreiben, ohne Gift einzusetzen. Diese natürlichen Methoden werden der Chemie oder der Tötung durch Staubsauger bevorzugt.